Pflege ohne Not - lokal handeln in der Gemeinde

Bericht von der Veranstaltung

Der Pflegeberuf muss attraktiver werden 

Unterhaching, 08.11.2018 - Hachinga Halle

Ein hochkarätiges Podium diskutierte auf Initiative des Arbeitskreises Soziales & Gesundheit der Unterhachinger CSU in der Hachinga Halle unter dem Titel "Pflege ohne Not - lokal handeln in der Gemeinde" die Herausforderungen einer menschenwürdigen Pflege. Der Vorsitzende des Arbeitskreises, Stefan Drozkowski, konnte den Pflegekritiker Claus Fussek, die ambulante Krankenschwester Josefina Köster, den Arzt Dr. Volker Lichti und den Geschäftsführer der Alzheimer Gesellschaft im Landkreis München, Jürgen Hoerner, auf dem Expertenpodium begrüßen. „Im Fokus steht für den Arbeitskreis die Entlastung pflegender Angehöriger bei der Pflege daheim. Dafür ist viel Unterstützung nötig. Wir kümmern uns darum und wollen Lösungen erarbeiten“; erklärte Stefan Drozkowski in seiner Begrüßung.

In ihren Impulsvorträgen beleuchteten die Fachleute vor den 80 Besuchern die Pflegesituation aus ihrem Blickwinkel. Claus Fussek nahm dabei kein Blatt vor dem Mund und kritisierte, dass seit Jahrzehnten die Probleme bekannt und nicht gelöst sind. „Nicht die Pflegekräfte sind die Opfer, sondern die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige. Bei diesem Thema kann es doch keine Gegner geben. Gute, menschenwürdige Pflege ist machbar und finanzierbar“, forderte er.

Josefina Köster wünscht sich für den Beruf des Altenpflegers ein besseres Image. Gerade junge Menschen müssten für das Thema Pflege mehr gewonnen werden, war die einhellige Meinung an diesem Abend. Josefina Köster erinnerte daran, dass alte Menschen häufig in Depression und Isolation geraten. Patenschaften ehrenamtlich tätiger Menschen mit professioneller Unterstützung in der Pflege können dem entgegenwirken. „Das Ziel muss sein, dort würdig alt werden zu können wo man gerne lebt“, betonte Köster weiter.

Dr. Volker Lichti stellte fest, dass im ärztlichen Umfeld ein großer Nachholbedarf bei geriatrischen Kenntnissen und Strukturen, der Vorsorge, der präventiven Maßnahmen und der Rehabilitation besteht.  Auch die Anerkennung pflegerischer Arbeit muss verbessert werden.

Jürgen Hoerner stellte in seinem Vortrag die Arbeit der Alzheimer Gesellschaft vor. Er berichtete, dass die Alzheimergesellschaft in Unterhaching entstand mit dem Anliegen, vernetzt zu denken und lokal zu handeln für die Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Inzwischen ist sie eine Erfolgsgeschichte.  Sein Plädoyer: Mehr Attraktivität des Pflegeberufs und Förderung der ehrenamtlichen Tätigkeit schaffen.

Wie sehr die Menschen der Pflegealltag beschäftigt, zeigte die anschließende Diskussion, die Unterhachings 2. Bürgermeister, Prof. Dr.  Alfons Hofstetter moderierte. Betroffene schilderten eindrucksvoll ihre Erfahrungen.

Die Veranstaltung bot für die Besucher auch ein Forum sich zu informieren: die Caritas Sozialstation und die Alzheimer Gesellschaft sowie die Pflege- und Demenzbeauftragte der Gemeinde Unterhaching, Ramona Eidner-Bobrowski, präsentierten ihre Arbeit an Infoständen und standen den Besuchern für Fragen zur Verfügung.  Die Stelle der Pflege- und Demenzbeauftragte wurde im letzten Jahr auf Antrag der CSU - Fraktion vom Gemeinderat eingerichtet. In der letzten Sitzung beschloss der Gemeinderat die Stelle der Pflege- und Demenzbeauftragten weiter zu finanzieren.
Die CSU Unterhaching dankt allen Teilnehmern der Veranstaltung für einen in interessanten und informativen Abend.

Foto von links: Pflegekritiker Claus Fussek, CSU-Fraktionsvorsitzender Richard Raiser, der Geschäftsführer der Alzheimergesellschaft, Jürgen Hoerner, Moderator und Unterhachings 2. Bürgermeister Prof. Dr. Alfons Hofstetter, der Leiter des CSU-Arbeitskreises Soziales & Gesundheit Stefan Drozkowski, die ambulante Krankenschwester und stv. Vorsitzende der Alzheimergesellschaft, Josefina Köster, der Arzt Dr. Volker Lichti und der CSU-Ortsvorsitzende Michael Stiller.